Wenn Sie sich oft und gerne geschichtliche Bauwerke, vor allem Kirchen ansehen, sollten Sie sich auf Rügen genau diesen Ort mit seiner Kirche und keinen anderen aussuchen... .
Vor allem aber ist sie, meiner Meinung nach, besonders schön. Der Bau dieser Backsteinbasilika wurde um 1200 begonnen, sie gehört damit zu den ältesten Kirchen im gesamten Ostseeraum.
Chor und Apsis sind außergewöhnlich schmuckvoll. Die erst in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckten Wandmalereien stammen aus dem 13.Jahrhundert, das Triumphkruzifix aus dem 14.Jahrhundert.Ältestes Stück ist vermutlich ein Taufstein mit vier Gesichtsmasken, der etwa um 1250 aus Gotland importiert wurde. In einem Seitenschiff findet man einen rätselhaften Grabstein, der wahrscheinlich den slawischen Fürsten Tezlaw zeigt.

Der etwas abseits und frei stehende Glockenturm wurde erst nachträglich, im17. oder 18.Jahrhundert dazu gebaut. Ja, hier findet man einfach noch einen Ort, an dem alles zueinander passt. Mäuerchen, uralte Bäume und Kirchhof, alles windschief und halb überwuchert, wie von einem Dichter der Romantik entworfen. Kein Wunder, dass hier eines Tages den Pfarrer die Poesie gepackt hat.... .
Auf dem Kirchhof Iiegt neben vielen Seeleuten seit 1810 Gotthart Ludwig (»Theobul«) Kosegarten begraben, der Pfarrer von Altenkirchen, der sich als feuriger Prediger am Ufer von Vitt dem Gedächtnis der Rüganer einprägte, als Dichter von Idyllen kurzlebige Popularität, doch keinen bleibenden Ruhm gewann, aber als zeitweiliger Arbeitgeber eines Hauslehrers namens Ernst Moritz Arndt zu guter letzt doch noch Unsterblichkeit erworben hat.
Kosegarten und folglich auch Arndt lebten in dem kleinen Pfarrhaus neben der Kirche. Das Haus war zeitweise ein Zentrum romantischen Geisteslebens, mit dem populären Pfarrer Kosegarten als Gastgeber. Noch 1872 regten Kosegartens »Legenden« Gottfried Keller zu seinen »Sieben Legenden« an.