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Bergen auf Rügen liegt fast genau in der Mitte der Insel und ist mit noch rund 15000 Einwohnern die Kreisstadt / Zentralort und somit das Geschäfts- und Verwaltungszentrum der Insel... .
Wer länger auf Rügen ist, wird hier irgendwann einmal etwas zu erledigen haben, soviel ist sicher. Als Ferienort ist Bergen nicht unbedingt zu empfehlen. Es wäre aber ungerecht, die kleine Stadt häßlich zu nennen, eine unbedingte Schönheit ist sie nun aber auch wieder nicht.
Am in den 90 er Jahren des letzten Jahrhunderts renovierten Marktplatz stehen einige hübsche Häuser mit meist kleineren Geschäften, darunter das älteste Fachwerkhaus der Stadt , das Benedixhaus.
Die Topographie Bergens entspricht seinem Namen ganz schön, steil geht es meistens bergauf und bergab, was nicht jedem liegt. Manch einer durchs flache Land verwöhnte Rüganer sagt, Bergen sei aufgrund dessen...eine scheußliche Stadt.
Bergen feierte 1993 sein 800 jähriges Bestehen, seit 1613 hat es Stadtrecht. Aber das alte Bergen ist weitgehend zwei Feuersbrünsten des 17.Jahrhunderts zum Opfer gefallen. Heutige Hauptattraktionen sind die Marienkirche und der , nach Rügen's großem Dichter benannte Ernst-Moritz-Arndt-Turm auf dem Rugard. Die Marienkirche, erbaut um 1180, also unmittelbar nach dem Fall der slawischen Jaromarsburg am KapArkona, Iiegt an einem ruhigenPlatz, nur einpaar Meter vom Markt entfernt. Kirche und das dazugehörige Kloster sind Gründungen des christianisierten Ranenfürsten Jaromar. Die Marienkirche, ursprünglich eine romanische Basilika, ist mit das älteste Backsteinbauwerk der Insel. Es ist auch ein Beispiel dafür, wie in fast alle frühen christlichen Bauten behauene Findlinge integriert wurden ,vermutlichTeile von Hünengräbern, die man irrtümlich für Heiligtümer der Haiden hielt. Auch slawisch-haidnische Grabsteine hat das siegreiche Christentum auf Rügen für seine Bauwerke verwendet. In der Außenmauer der Marienkirche befindet sich ein solcher Grabstein mit dem Bildnis eines Bärtigen. Nach Ansicht der einen Experten handelt es sich um den Slawengott Swantevit, nach Ansicht der anderen um einen slawischen Fürsten, vielleicht sogar um Jaromar selbst. Die Marienkirche ist ein Werk dänischer Baumeister. Etwa 1300 wurde sie nach der gotischen Mode zum Teil umgebaut. Die Wandmalereien in Querschiff und Chor vom Anfang des 13. Jahrhunderts , die bereits vom Rokoko beeinflußte Kanzel von 1775 (Jacob Freese, Stralsund) und Beichtstühle von 1730 sind die wichtigsten Schmuckstücke dieser Kirche. Die reiche Innenausstattung gilt als einmalig in Norddeutschland. Sie stellt an den Chorwänden Paradies, Fegefeuer, Hölle und das Weltgericht dar. Die Malereien der Kirche wurden 1896 restauriert und dabei leider zumTeil verfälscht. Zu den Schätzen der Kirche gehören auch ein edelsteinbesetzter Kelch von 1250 und mehrere Grabplatten, darunter die der Äbtissin Elisabeth, gestorben 1473. Schön sind einige alte Grabwangen vor der Kirche und das Küsterhaus von 1582. Bizarr ist eine Wanduhr mit ruhendem Gerippe im inneren der Kirche.
Das Zisterzienserinnenkloster St. Maria, das bei der Kirche lag, wurde nach der Reformation in ein Fräuleinstift für vorwiegend adlige Damen umgewandelt. 1945 besetzten sowjetische Truppen das festungsartige Stift, und die letzten Klosterdamen wurden vertrieben. Bekanntester Sohn der Stadt ist der Chirurg Theodor Billroth, geboren 1829 in der heutigen Billrothstraße 17. Der von 1870 bis 1877 entstandene Ernst Moritz Arndt Turm liegt etwas außerhalb auf dem 91 Meter hohen Hügel Rugard in einem Wald und bietet eine schöne Rundumsicht. Am Marktplatz findet man ein Hinweisschild. An der Stelle des Arndt Turmes stand wohl vorzeiten eine Fürstenburg der Ranen. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Turm passiert man eine Friedenseiche von 1875. Ein paar Meter weiter liegt eine Freilichtbühne, wo im Sommer auch Filme gezeigt werden.Vom Turm führt ein schöner Naturlehrpfad zu dem etwa 1,5 Kilometer entfernten Dörfchen Buschvitz am Kleinen Jasmunder Bodden, einem Rügener Binnensee, der nur eine winzige Verbindung zum Großen Jasmunder Bodden und damit zum Meer hat. Wer weiterlaufen rnöchte, karnn sich der Halbinsel Pulitz nähern, einem Naturschutzgebiet, das nur in einem bestimmten Zeitraum betreten werden darf.
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