|
Eines der meist fotografierten Motive Rügens war stets das Efeuhaus von Gingst... .
Aber unter dem imposanten fast malerischen Bewuchs wurde das Gemäuer marode. Jetzt ist der Efeu also weg, das Haus saniert, und bis auf weiteres muß sich das Dorf (ca. 1500 Einwohner) auf seine anderen Sehenswürdigkeiten konzentrieren, die mächtige Dorfkirche St. Jacobi (Backstein, Chor von 1300, Langhaus von 1400) und die historischen Handwerkerstuben, ein liebenswert vollgestopftes Heimatmuseum. Die Kirche verfügt über eine vielgerühmte Barockorgel, während der Sommersaison finden dort Konzerte start. Gegenüber der Kirche erinnert ein Denkmal an den Großbrand von 1950, der 33 Gebäude vernichtet hat, einen Großteil des alten Gingst. Gingst hatte Marktrecht und war folglich kein reines Bauerndorf.
Die historischen Handwerkerstuben stehen in dieserTradition, wie das andere sehenswerte Rügener Heimatmuseum in Göhren auf Rügen vermitteln sie einen Eindruck vom einstigen Leben der einfachen Leute auf Rügen. Das kleine Haupthaus des Museums ( um 1700) beherbergte im Laufe seiner seiner Geschichte oft bis zu 40 Bewohner, darunter viele Handwerker. Alltagsgegenstände und das Werkzeug dieser Dorfhandwerker sind in den winzigen Stübchen zu sehen, darunter eine Küche, eine komplette Schuhmacherwerkstatt und eine Friseurstube...Beide hatten sie kraft Amtes Nebenberufe, die nicht wenig Einfühlungsvermögen erforderten. Der Dorffriseur war zugleich Dentist (Zahnarzt). Der Schuhmacher war Bestatter und Leichenträger.
Das heutige Gingst präsentiert sich mit seinem Rügenpark sehr weltoffen. Auf ca. 30000 m² werden hier Miniaturausgaben von bekannten Gebäuden aus vielen Orten in der ganzen Welt gezeigt. Eine Parkeisenbahn fährt durch die Erlebniswelt, Streichelzoo, Wildwasserrondell, Riesenrutsche, Scooter und weitere Spielmöglichkeiten erfreuen die Herzen der Kids und sind durchaus einen Tagesausflug wert.
Nahe bei Gingst, in Pansevitz, stehen Reste eines Renaissanceschlosses mit Kavalierhaus.
|